Bienen als wirkungsvolle Helfer im Kampf gegen Monilinia

07.01.2015 21:54

Monilinia
Ein aggressiver Pilz vernichtet ganze Ernten. Der Name des Übeltäters ist Monilinia. Der gefürchtete Pilz befällt dabei Blüten und Fruchtkörper und bildet sogenannte Konidienketten an dem befallenen Pflanzenmaterial. Durch den Befall eines Obstbaumes mit Monilinia verdorren die Fruchtstände und bilden keine Früchte aus. Bisher konnte man dem Pilz nur mit chemischen Fungiziden beikommen, nun aber gibt es eine Lösung, die die fleißigen Bienen einspannt, um die Obstbäume zu schützen.

Bienen als Überbringer nützlicher Sporen, die Monilinia verdrängen


Die überaus nützlichen Bienen werden dabei als fliegender Transporter verwendet, denn am Ausgang des Nests wird ein Spender platziert, den die Bienen beim Ausfliegen streifen. Der Behälter enthält Sporen eines parasitär lebenden Pilzes, der den Monilinia-Pilz vollständig verdrängt, für die Bäume aber unschädlich ist. Auch Menschen, die Früchte von so behandelten Obstbäumen essen, können dies bedenkelos tun, denn der parasitäre Pilz ist für Menschen ungefährlich und kann einfach abgespült werden. Die Bienen verteilen die Pilzsporen genau dort, wo der Monilinia-Pilz ansetzt, auf den Blüten. Während also die Bienen ihrer gewöhnlichen Tätigkeit nachgehen und Nektar sammeln, bekämpfen sie ganz nebenbei einen der aggressivsten Schädlinge von Obstbäumen. Der Prozess stört die Insekten nicht und ist außerdem umweltverträglicher, als die Anwendung von Fungiziden, die sich in Böden und auf den Früchten anlagern.

Hoffnung im Kampf gegen die Fruchtfäule


Während man in Europa mit dieser Technik bereits seit Längerem Erdbeeren erfolgreich behandelt, haben australische Forscher erstmals die Gegenmittel-Sporen mit den nützlichen Insekten auf Kirschbäume übertragen. Die Forscher erhoffen sich weltweit einen gezielten Einsatz gegen Monilinia, um die gefürchtete Pilzerkrankung namens Fruchtfäule oder auch Spitzendürre einzudämmen und die Obsternten effektiv zu schützen.

Gute Aussichten für die Population der Westlichen Honigbiene


Die Bienen spüren von dem Übertrag nichts und werden in keiner Weise durch Monilinia oder den parasitären Pilz beeinträchtigt. Vielmehr prognostizieren die Experten, dass durch den Einsatz der Bienen als Helfer im Kampf gegen den Befall mit Monilinia, die der Bienenvölker steigen könnte. Imker würden mehr neue Völker züchten, was die durch CCD (Colony Collapse Disorder) geschwächte und dezimierte Population der Westlichen Honigbiene stärken könnte. Die CCD tritt seit Beginn des 21. Jahrhunderts bei Bienenvölkern in Nordamerika und Europa auf und bewirkt, dass die erwachsenen Bienen im Stock sterben. Das hat zur Folge, dass es zu einem Kollaps im Bienstock kommt, da die Larven nicht mehr versorgt werden. In den Vereinigten Staaten waren in einigen Jahren bis zu achtzig Prozent der Bienenvölker betroffen. Die Ursachen für das rätselhafte Bienensterben sind bisher nicht wirklich erforscht.

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