Bienen gefährdende Pflanzenschutzmittel verboten

06.09.2013 22:34

Propolis-gerettet
Es ging um das Überleben von mehr als 620.000 Bienenvölker, die es nach statistischen Angaben im Jahr 2012 in Deutschland gab, als die zuständige EU-Kommission bereits am 16. Juli 2013 einen wichtigen Grundsatzbeschluss auf den Weg brachte. Am 28. August wurde das Urteil nun endgültig bestätigt und ist somit geltendes EU-Recht. Schon über Jahre wurde, nicht nur von den Imkern, ein massenhaftes Bienensterben beklagt, das in sehr engem Zusammenhang mit dem BASF-Pflanzenschutzmittel Fipronil beobachtet wurde. Es war also sprichwörtlich "Fünf vor zwölf", denn es ging in diesem langen Kampf der rund 15.000 deutschen Imker nicht nur um die Bienen im Allgemeinen, sondern neben dem Honig waren ebenso wichtige Bienenprodukte wie Pollen, Wachs, Propolis und Gelée royale betroffen.

Ab Februar 2014 nur noch wenige Pflanzenschutzmittel

Bereits Ende 2012 gab es in puncto Pflanzenschutzmittel drei richtungsweisende Verbote. Der Einsatz von Thiametoxam, Clothianidin und Imidacloprid wurde unterbunden, wenn auch zunächst nur für zwei Jahre. Bei Fipronil ging es in der Hauptsache darum, dass italienische Forscher bereits im Mai dieses Jahres eindringlich vor dessen Einsatz gewarnt hatten, da dieses, vorzugsweise auf Saatgut für Mais ausgebrachte Gift, ein erhebliches Risiko für Honigbienen darstelle und die Produktion, unter anderem von Propolis, erheblich gefährden würde. Dennoch war die EU-Kommission der Ansicht, dass dieses, für Bienen gefährliche Pflanzenschutzmittel noch bis Februar 2014 eingesetzt werden kann und das ausgesprochene Verbot ebenfalls auf einen Zeitraum nur von zwei Jahren zu begrenzen.

Erfolg für die Imker - der Kampf geht weiter

Dennoch ist das Urteil ein beachtlicher Erfolg für die Imker und lässt sich durchaus als Sieg betrachten. Sie haben es geschafft, breite Bevölkerungsschichten für die durchaus sehr ernst zunehmende Bedrohung des Lebensraums der Biene zu sensibilisieren und selbst den Weltkonzern BASF zum Einlenken gezwungen. Dennoch hatte die EU für die Umsetzung diese Richtlinie drei Jahre gebraucht, denn die Probleme mit dem massenhaften Bienensterben sind in Europa nicht neu. Auch deutsche Gerichte waren in der Vergangenheit schon oft mit Biene, Honig, Propolis & Co. befasst. So hieß es, als jüngstes Beispiel in zwei Urteilen des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg vom 21. August 2013, dass Bienen gefährdende Pflanzenschutzmittel bereits nicht mehr zum Einsatz kommen dürfen, wenn damit gerechnet werden kann, dass die Tiere während des Zeitraums der Wirkung solcher Chemikalien die damit behandelten Pflanzen anfliegen. Bleibt nur zu hoffen, dass die befristete Lebensversicherung für die bedrohte Honigbiene nun auch in die Tat umgesetzt wird, um die Regeneration dieser wichtigen Tierart, möglichst kurzfristig in den Griff zu bekommen.


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