Geschwür

Der Begriff Geschwür ist eine herkömmliche, unpräzise Bezeichnung für den medizinischen Fachbegriff Ulcus und bezeichnet eine, mit bloßem Auge (makrobiologisch) erkennbare oberflächliche Hautveränderung/Hautwucherung der oberen Hautschichten sowie der Schleimhaut, die bis in tiefere Schichten reichen kann. Bekannteste Arten sind Dekubitus, Furunkel und Magengeschwür. Auch Krebswucherungen werden als Geschwür bezeichnet.

Geschwür = Ulcus

Bei geschwürähnlichen Hauterkrankungen wird das Gewebe lokal zerstört. Das heißt, ein Geschwür lässt sich direkt lokalisieren und besitzt deutliche Abgrenzungen zum übrigen Gewebe. Beim Abheilen entsteht eine Narbe. Ein Dekubitus ist eine besonders hartnäckiger und schwer zu heilender Hautdefekt, die durch Druck hervorgerufen wird und vor allem bei bettlägerigen Patienten auftritt. Das zerstörte Gewebe an der Druckstelle stirbt ab. Ein Ulcus cruris wird durch eine Durchblutungsstörung und venöse Bindegewebsschwäche hervorgerufen und verursacht ein sogenanntes "offenes Bein". Ein Ulcus ventriculi bezeichnet ein Magengeschwür, das lokal die Magenschleimhaut im Inneren des Magens lädiert. Geschwüre sind anfangs von einer Hautschicht bedeckt. Erst wenn der Entzündungsherd sich ausbreitet, bricht das Gebilde auf und setzt Eiter und Gewebe frei.

Geschwür: Ursachen

Ursachen sind neben Infektionen, Durchblutungsstörungen und Druckbelastung auch Strahleneinwirkung und (vor allem beim Magengeschwür) Stress. Auch Verätzungen und andere chemische Reize können Geschwüre verursachen. Geschlechtskrankheiten wie Syphilis erzeugen Geschwüre an den äußeren Geschlechtsorganen. Relativ harmlos und gut zu behandeln ist eine Veränderung der Mundschleimhaut (Aphte). Bei Magengeschwüren spielt das Helicobacter pylori eine wichtige Rolle, in Verbindung mit Stress und erhöhter Magensäure. Ist ein Geschwür erst einmal "aufgebrochen" kommt es durch Infektionen zu schwerwiegenden Entzündungen und zu einer weiteren Zerstörung des Gewebes.

Behandlung und Vorbeugung

Bei einem Geschwür muss eine sorgfältige Wundbehandlung erfolgen, Hygiene ist oberstes Gebot. Möglicherweise sind Hautverpflanzungen notwendig um großflächige Defekte zu verschließen. Bei der operativen Entfernung von Magengeschwüren wird die Produktion von Magensäure während des Heilungsprozesses medikamentös eingeschränkt. Durchblutungsstörungen sind zu behandeln, bettlägerige Patienten müssen oft bewegt werden. Eine Gabe von Vitamin E stärkt die Zellwände. Aloe-Produkte fördern die Heilung oberflächlicher Geschwüre.

Alternative Heilmittel
Knoblauch, Kampfer (innerlich), Aloe Vera
Arzt/Fachgebiet
Allgemeinmediziner, Innere Medizin, Onkologe, Dermatologe
Auswirkungen
nässende, eitrige Wunden
Begleiterscheinungen
Absterben des Gewebes, Blutvergiftung, Superinfektion
Medikamente
Antibiotika
operative Behandlung
Entfernung des Geschwürs
Symptome
Hautdefekte, Entzündungen