Hämorrhoiden

Als Hämorrhoiden werden Gefäßpolster rund um die Darminnenwand in Nähe des Schließmuskels bezeichnet. Jeder Mensch hat sie, denn sie sorgen für den "Feinverschluss". Erst wenn sich diese Gefäße, vergrößern, erschlaffen und Beschwerden verursachen, wird allgemein von Hämorrhoiden gesprochen.

Hämorrhoiden = Hämorrhoidalleiden

Das Thema betrifft vor allem ältere Menschen ab 45 Jahre und wird weitgehend tabuisiert. Doch auch zunehmend in jüngerem Alter leiden die Menschen unter solchen Beschwerden. Der Hämorrhoidalplexus beherbergt drei bis vier gut durchblutete Hämorrhoidalstämme am Darmausgang, die normalerweise für eine sichere Kontinenz sorgen. Die weichen Gefäßpolster (Hämorrhoiden) wirken wie Schwellkörper und verschließen den After. Erst wenn sie erschlaffen, heraustreten, von außen sichtbar werden, kommt es zu Komplikationen. Die empfindliche Schleimhaut entzündet sich, schwillt an und reißt. Schmerzen und Blut im Stuhlgang sind die Folge. Der kontrollierte Abgang wird erschwert.

Hämorrhoidalleiden: Ursachen

Mit zunehmendem Alter lässt die Elastizität der Haut nach. Auch rein sitzende Tätigkeiten und zu wenig Sport fördern das Entstehen von sichtbaren Hämorrhoiden. Ebenso sollen falsche Ernährung und zu starke mechanische Beanspruchung (falsches Pressen) Hämorrhoidalleiden hervorrufen. Die Angst vor Schmerzen verleitet Betroffene dazu, den Stuhlgang so lange wie möglich hinauszuschieben, was einen zu harten Stuhl zur Folge haben kann, der wiederum den Darmausgang und somit die Hämorrhoiden überreizt. Pathologische Hämorrhoiden werden in vier Grade untergliedert. Erst ab dem dritten Grad sind sie von außen sichtbar und verursachen extreme Schmerzen.

Behandlung und Vorbeugung

Die Erkrankung gilt als "unaussprechliche" Volkskrankheit, die Frauen und Männer gleichermaßen betrifft. Alles was mit dem Intimbereich zu tun hat, ist für die Betroffenen unangenehm; sie gehen meist erst zum Arzt, wenn die Schmerzen das Schamgefühl überlagern und der Stuhlgang nahezu unmöglich wird. Das ist zu spät. Die Anamnese ist jedoch wichtig, um ein Hämorrhoidalleiden gegen Zysten, Pilzinfektionen und andere Ursachen abzugrenzen. Auch Selbstmedikation schadet oft mehr als sie hilft. Behandelt wird mit Salben, im letzten Stadium mit operativer Entfernung. Wichtig für eine Heilung sowie Linderung der Beschwerden ist das Erreichen eines dauerhaft weichen Stuhls.

Alternative Heilmittel
Ernährungsumstellung, Sitzbäder
Arzt/Fachgebiet
Allgemeinmediziner, Urologe
Auswirkungen
Schmerzen, Blutungen
Begleiterscheinungen
heraustretende Gewebe, Entzündungen, Inkontinenz
Medikamente
Salben, Zäpfchen
operative Behandlung
Teilentfernung der Hämorrhoidalknoten
Symptome
Schmerzen beim Stuhlgang, Juckreiz