Migräne

Als Migräne wird ein sehr starker, meist einseitiger pulsierender Kopfschmerz bezeichnet, der mit zusätzlichen Beschwerden wie Schwindelgefühl, Erbrechen und Sehstörungen einhergeht und für die Betroffenen sehr belastend ist. Frauen sind mit bis zu 18 Prozent deutlich häufiger von Migräne betroffen als Männer (etwa sechs Prozent). Ein schwerer Migräneanfall kann einen Menschen von jetzt auf gleich für einen längeren Zeitraum arbeits- und bewegungsunfähig machen.

Migräne = halber Kopf

Die teilweise unerträglichen, pulsierenden Kopfschmerzen treten halbseitig auf, weshalb die Erkrankung im altgriechischen "halber Kopf" heißt. Zum Glück wissen erfahrene Migränepatienten die Vorboten eines Migräneanfalls rechtzeitig einzuschätzen. Hierzu gehören Lichtempfindlichkeit (Photophobie) und Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie), aber auch Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel oder ein Kribbeln am ganzen Körper. Bei etwa 30 Prozent der Betroffenen beginnt ein Anfall mit einer sogenannten Aura. Das sind visuelle Ausfälle, die als Sternenkranz oder flimmernder Schatten beschrieben werden und etwa ein bis zwei Stunden vor der eigentlichen Attacke auftreten und bis zu zwei Stunden anhalten. Es gibt auch Auraerscheinungen ohne nachfolgenden Migräneschmerz. Diese werden gern als "Alice-im-Wunderland-Syndrom" bezeichnet.

Migräne: Ursachen

Die Ursachen können nicht spezifiziert werden und sind bei jedem Patienten unterschiedlich. Auslöser können Stress sowie bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol und Nikotin sein, was jedoch nicht bewiesen ist. Migräne tritt auch im völligen Ruhezustand auf und oft direkt nach dem Aufwachen aus der Schlafphase. Die frühere Annahme, ein Migräneanfall entstünde durch eine Unterversorgung des Gehirns mit Blut, wurde wissenschaftlich widerlegt. Auch eine genetische Veranlagung ist möglich.

Behandlung und Vorbeugung

Migräne ist nach heutigen Erkenntnissen nicht heilbar. Die Erkrankung kann bereits bei Kindern auftreten, verschwindet entweder in der Pubertät oder verstärkt sich. Spezielle, hochdosierte Schmerzmittel (vorwiegend Ibuprofen) verringern die Schmerzen. Normale Schmerzmittel sind bei Migräne wirkungslos. Die Anamnese kann vom Arzt nur anhand der beschriebenen Symptome vorgenommen werden. Aus diesem Grund wird bei unspezifischen Symptomen empfohlen, ein Schmerztagebuch zu führen. Akupunktur soll bei einigen Patienten nachhaltige Erfolge erzielen, wird jedoch von keiner Krankenkasse bezahlt.

Alternative Heilmittel
autogenes Training, Akupunktur
Arzt/Fachgebiet
Allgemeinmediziner, Physiotherapeut
Auswirkungen
Sehstörungen, Sprach- und Hörstörungen, Lähmungserscheinungen
Begleiterscheinungen
Lichtempfindlichkeit, Erbrechen
Medikamente
hoch dosierte Schmerzmittel (Ibuprofen)
operative Behandlung
nicht vorgesehen
Symptome
plötzliche, starke und pulsierende Schmerzen im Kopf