Mysteriöses Bienensterben - Ursachen größtenteils ungeklärt

11.12.2012 14:02

Mysteriöses Bienensterben - Ursachen größtenteils ungeklärt

Bienensterben"Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr", dieses von Albert Einstein geäußerte Zitat ist weltbekannt. Was mit der Menschheit im Extremfall passieren könnte, wird auch im Hollywood-Thriller "The Happening" aufgegriffen. In Wahrheit würde das Aussterben der Honigbiene vermutlich eine globale Krise nach sich ziehen.  

In der Wissenschaft kennt man das Phänomen als "Colony Collapse Disorder", kurz CCD. Erstmals konnten die Auswirkungen im Winter 2006/007 in den USA beobachtet werden. Bis heute ist die europäische Bienenpopulation um 10-30 Prozent, in den USA um 30 Prozent und im Nahen Osten um 85 Prozent zurückgegangen. Dabei läuft diese Katastrophe weitgehend unbeobachtet ab. Nur Experten wie Imker und Biologen beschäftigen sich mit den Ursachen des Bienensterbens. Demnach ist vermutlich ein Mix verschiedener Faktoren für CCD verantwortlich. Zugrunde liegt wahrscheinlich eine Mangelernährung, bedingt durch die Blütenarmut und Monokulturen kann der Eiweißbedarf der Bienen nicht mehr gedeckt werden.

Wenn die Tiere nun noch während ihrer Ruhephase transportiert werden, entsteht Stress, der natürliche Rhythmus gerät außer Kontrolle, das Immunsystem der Tiere ist angegriffen. Sind die Bienen geschwächt, haben es Parasiten wie die Varroamilbe leicht, das Spinnentier saugt das Blut aus den Bienen und überträgt Viren. Auch die durch Bakterien ausgelöste Erkrankung Faulbrut ist nun typisch.

Hauptproblem Pestizide in der Landwirtschaft


Nach einem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP aus dem Jahr 2011 sind vor allem Pestizide für das Bienensterben verantwortlich. Nachgewiesen ist das Massensterben am Oberrhein im Jahre 2008, als Zehntausende Bienenvölker nach dem Einsatz des Pestizids Clothianidin der Firma Bayer CropScience verendeten. Besonders Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide, synthetisch hergestellte Nikotinverbindungen, schädigen die Tiere. Diese können sich schlechter orientieren, außerdem ist die Lernfähigkeit beeinträchtigt. Der Einfluss der Pflanzenschutzmittel, die vor Schädlingen wie der Frittfliege oder dem Drahtwurm schützen sollen, wird in der bislang größten Bienenstudie, "Deutsches BienenMonitoring" (DeBiMo) jedoch negiert, vermutlich auch, weil sie von den größten chemischen Produzenten finanziert wurde. Daneben wird der Einfluss von Genmais und Elektrosmog auf das Bienensterben diskutiert.

Ungeachtet der genannten Ursachen hätte ein Aussterben der Honigbiene weitreichende Folgen. Nach Rindern und Schweinen ist das Insekt das drittwichtigste Nutztier, nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird etwa ein Drittel aller Nutzpflanzen von Bienen bestäubt. Fällt diese Bestäubung weg, muss mit Engpässen bei der Lebensmittelversorgung gerechnet werden. Äpfel, Birnen, Erd- und Himbeeren sowie viele Gemüseorten wären genauso betroffen wie zahlreiche Futterpflanzen.


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