Neurodermitis

Als Neurodermitis wird eine sehr trockene, empfindliche Haut bezeichnet, die sich oft in schuppenden, juckenden Ekzemen äußert und die Betroffenen je nach Schweregrad stark beeinträchtigt. Neurodermitis ist vor allem in modernen Industriestaaten weit verbreitet und tritt bei etwa 20 Prozent aller Kinder auf. Während der Pubertät verschwinden bei einem Großteil der Betroffenen die Symptome. Nur etwa drei Prozent der Erwachsenen leiden dauerhaft an der nicht ansteckenden Hauterkrankung.

Neurodermitis = Atopisches Ekzem

Der Name wurde bereits im 19. Jahrhundert verwendet, weil man damals dachte, es handelt sich um eine Nervenentzündung. Tatsächlich sind Allergene ausschlaggebend. Die natürliche Barrierefunktion der Haut wird gestört, sie ist trocken, empfindlich und gerötet. An spezifischen Hautpartien (Hände, Armbeuge, Gesicht) bilden sich schuppige Ekzeme, die stark jucken. Durch Kratzen entstehen kleine Hautrisse, in die Keime gelangen und die Entzündungen noch verschlimmern. Im Kleinkindalter sind die Ekzeme eher nässend. Unbehandelt entwickelt sich daraus eine chronische Dermatitis.

Neurodermitis: Ursache

Da es sich um eine Erkrankung handelt, die vorwiegend in westlichen Industriestaaten vorkommt, wird (wie bei Allergien) übermäßige Hygiene verantwortlich gemacht. Das körpereigene Immunsystem reagiert auf äußere und innere Einflüsse (sogenannte Provokationsfaktoren), gegen die eine gesunde Haut normalerweise schützt, übermäßig empfindlich. Es beginnt mit einer Rötung der Haut und weitet sich recht schnell zum Ekzem aus. Bei vielen Betroffenen ist die Erkrankung inzwischen genetisch bedingt und wird vererbt. Außerdem spielen psychosomatische Verknüpfungen eine große Rolle. Stress kann das Krankheitsbild verschlimmern.

Behandlung und Vorbeugung

Neurodermitis ist nicht heilbar, nur die Symptome können gelindert werden. Gerade bei Kindern ist es wichtig, den Juckreiz zu unterdrücken und die empfindliche Haut mit medizinischen Pflegepräparaten zu pflegen und geschmeidig zu halten. Die Diagnose muss von einem Hautarzt vorgenommen werden, um andere Erkrankungen (z.B. Schuppenflechte) auszuschließen, mögliche Auslöser zu finden und die Neurodermitis gezielt behandeln zu können. Hierzu wird ein Allergietest vorgenommen. Hat sich die Erkrankung manifestiert, ist äußerste Hygiene geboten. Ansonsten ist Keimfreiheit eher ein auslösendes Moment. Kinder vom Land erkranken so gut wie nie an Neurodermitis.

Alternative Heilmittel
Ölbäder, Zinksalben, feucht-kalte Umschläge
Arzt/Fachgebiet
Kinderarzt, Allgemeinmediziner, Dermatologe
Auswirkungen
starker Juckreiz, soziale Probleme
Begleiterscheinungen
Entzündungen, chronische Dermatitis
Medikamente
medizinische Salben mit Glucocorticoiden, Harnstoffe, antiseptische Mittel
operative Behandlung
nicht vorgesehen
Symptome
trockene, schuppige Haut, Ekzeme