Bundesverfassungsgericht prüft Honig-Gen-Streit

05.11.2013 01:24

honig-gen-streit Gentechnik und Honig, ein Naturprodukt der ersten Stunde, stehen sich wohl so weit voneinander gegenüber, wie nur möglich. Der Blütenhonig als traditionelles Produkt und die Gentechnik als Methode zur Vermehrung von Pflanzen in der Neuzeit, werden sicherlich "keine Freunde mehr". In den Medien war bereits vor einigen Jahren von Blütenhonig zu hören, der durch Gentechnik verseucht wurde.

Imker wollen nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, eine Konsequenz aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, welches vorab eine Klage von einem bayrischen Imker abgewiesen hatte, wodurch ein künftiger Anbau von Gen-Pflanzen in der unmittelbaren Nähe von Bienenstöcken unmöglich geworden wäre.

Blütenhonig und Propolis konnten nicht mehr verkauft werden

Honig und Propolis gelten als die wichtigsten Bienenerzeugnisse. Propolis wird vor allem aufgrund seiner antibakteriellen und antiseptischen Wirkung auch in der Medizin eingesetzt. Der Blütenhonig des Bauern konnte ebenso wie die Propolis nicht mehr verkauft werden, nachdem zwischen 2005 und 2008 Pollen von Gen-Pflanzen in den Blütenhonig gelangten.
Der Leipziger Richter lehnte die Klage von Seiten des Imkers jedoch ab, da kein ausreichendes Feststellungsinteresse gegeben sei, was gleichbedeutend damit ist, dass die "Wiederholungsgefahr" nicht gegeben ist. Die Beteiligten versicherten, dass der genetisch erzeugte Mais in Zukunft nicht mehr angebaut würde, wurde kein Urteil gefällt. Beim Imkerbund löst das Urteil Entsetzen aus. Peter Maske vom Imkerbund sieht die Situation so, dass sich das Gericht um eine Entscheidung gedrückt hat. Der entscheidende Punkt: Imker können nicht beliebig umziehen. Wenn Bauern gentechnische Pflanzen in der unmittelbaren Nähe anbauen will, ist dies gleichbedeutend mit einer Umsiedlung des Bienvolkes, was in der Praxis nur schwer möglich ist. Eine andere Konsequenz: Der Bütenhonig wird verunreinigt.

Nur eine geringfügige Belastung im Blütenhonig

Der festgestellte Pollenanteil im Blütenhonig lag bei einer Probe von unter einem Prozent, wobei keine Spuren eindeutig auf Gentechnik zurückgeführt werden können. Eine Pflanze, die für den Imker eigentlich nicht von Bedeutung ist, könnte die Zukunft für den Imker jedoch enorm beeinflussen. Maisblüten produzieren kaum Nektar. Jedoch gehören Mais, Soja und raps zu den häufigsten Gen-Pflanzen auf dem Markt. Genetisch unbedenklich sind die 20 Tonnen Blütenhonig der Imker schon deshalb, weil in Deutschland mittlerweile nur noch gentechnikfrei angebaut werden darf. Seit dem Jahr 2011 gelten nach dem Europäischen Gerichtshof strenge Regeln für die Einfuhr von ausländischem Honig. Ein Großteil von den 80 Tonnen ausländischem Honig stammen aus Südafrika ,wo Gen-Pflanzen in großem Stil angebaut werden.


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