Schilddrüsenleiden

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Drüsenorgan und sitzt im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfes. Die von der Drüse produzierten jodhaltigen Hormone sind maßgeblich für den Stoffwechsel, das Zellwachstum und die Psyche des Menschen verantwortlich. Das Schilddrüsenhormon wird auch Wachstumshormon genannt. Funktioniert die Schilddrüse nicht richtig, wird (je nach Art der Fehlfunktion) von einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Überfunktion (Hyperthyreose) gesprochen.

Schilddrüse = Glandula thyroidea

In der Schilddrüse werden die Hormone Thyroxin und Triiodthyronin gebildet. Diese Schilddrüsenhormone sind wichtig für Wachstum und Energiestoffwechsel sowie Partner der meisten anderen Hormone wie Insulin und Adrenalin. Das für die Hormonbildung notwendige Jod muss über die Nahrung zugeführt werden. Eine Unterfunktion verursacht beim erwachsenen Menschen Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Depressionen sowie gelegentlich zu einem Kropf (Struma). Eine Überfunktion führt zu Nervosität, Schlafstörungen, vermehrtem Schwitzen sowie zu Augenbeschwerden. Eine angeborene Unterfunktion im Säuglingsalter muss unmittelbar und zügig behandelt werden, sonst kommt es zu schwerwiegenden geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen, die irreparabel sind. Die Schilddrüse ist ausschlaggebend für das Körperwachstum und die Ausbildung des zentralen Nervensystems.

Schilddrüsenleiden: Ursache

Die Ursachen sind häufig ein Jodmangel oder eine Autoimmunerkrankung. Auch eine Entzündung der Schilddrüse oder Schilddrüsenkrebs kommen vor. Ein Schilddrüsenleiden kann erblich sein. Wenn in der Familie beispielsweise vermehrt Struma vorkommt, ist die Gefahr höher, dass auch die Nachkommen an Fehlfunktionen der Schilddrüse leiden. Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion muss umgehend medikamentös behandelt werden, um die normale Entwicklung des Kindes zu sichern.

Behandlung und Vorbeugung

Um einer Schilddrüsenunterfunktion vorzubeugen, reicht oft eine ausreichende Versorgung mit Jod über die Nahrung. Schilddrüsenleiden wie die recht häufig vorkommende Unterfunktion lassen sich gut mit künstlichem Thyroxin in Tablettenform behandeln. Dazu muss die Erkrankung jedoch vom Arzt erkannt werden, was vor allem den Kinderärzten eine hohe Kompetenz abverlangt. Bei jungen Mädchen ist die Hormonausschüttung meist leicht erhöht, bei älteren Menschen niedriger. Das ist normal. Eine massive Überfunktion (zum Beispiel bei Morbus-Basedow) verursacht neben Bluthochdruck eine Schädigung des Auges durch erhöhten Augendruck. Die Augen stehen charakteristisch hervor. Bei einer Überfunktion werden Hormonbildungshemmer eingesetzt.

Alternative Heilmittel
jodhaltige Nahrungsmittel, viel Fisch
Arzt/Fachgebiet
Allgemeinmediziner, Endokrinologe
Auswirkungen
Stoffwechselstörungen, Wachstumsstörungen
Begleiterscheinungen
psychische Probleme, Augenprobleme
Medikamente
Thyreostatika, Thyroxin
operative Behandlung
möglich (bei einem Kropf, bei Krebs)
Symptome
unterschiedlich