Schnittwunden

Schnittwunden gehören zu den häufigsten Alltagsverletzungen. Eine Schnittwunde durchtrennt die obere Hautschicht, ist immer glattwandig und kann, je nach Tiefe der Verletzung, ziemlich stark bluten. Kleinere Schnittwunden, wie sie etwa in der Küche beim Gemüseschneiden entstehen, lassen sich gut selbst versorgen und heilen problemlos ab. Einige Berufsgruppen (z.B. Köche) sind besonders gefährdet.

Schnittwunde = Schnittverletzung

Die Diagnose einer Schnittwunde ist denkbar einfach und nennt sich "Blickdiagnose". Eine Schnittwunde ist eine aufklaffende, blutende Verletzung der oberen Hautschichten. Im schlimmsten Fall ist die Schnittverletzung sehr tief, hat Muskeln, Gefäße oder sogar Sehnen verletzt und muss unbedingt notversorgt werden. Auch kleinere Schnittverletzungen an Fingern und Handballen können stark bluten. Es kommt darauf an, wie intensiv die jeweilige Körperregion durchblutet ist. Schnitte in der oberen Epidermis, die kaum bluten, werden Kratzer genannt. Eine Schnittwunde ist anfangs oft überhaupt nicht schmerzhaft, was mit einer Schrecksekunde oder einem "kleinen" Schock erklärt werden kann. Oft äußert sich nur ein leichter Wundschmerz. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Wunde versorgt und die Blutung gestillt ist, kommt ein dumpfer Klopfschmerz hinzu. Sollten Keime in die offene Wunde gelangen, kann es jedoch zu schmerzhaften Entzündungen kommen.

Schnittwunden: Ursachen

Scharfkantige Gegenstände wie Messer, Rasierklingen, Dosendeckel und Glasscherben verursachen die häufigsten Schnittverletzungen. Doch man kann sich eine Schnittwunde auch an Schlittschuhkufen oder einem scharfkantigen Stein zuziehen. Selbst Papier ist in der Lage, eine Schnittwunde zu erzeugen. Papierschnittwunden bluten kaum, sind aber sehr schmerzhaft. Die typische Schnittverletzung bei einer Rasur ist meist harmlos. Die starke Blutung einer echten, tieferen Schnittwunde wirkt reinigend und schwemmt die meisten schädlichen Erreger aus der unmittelbaren Umgebung fort. Bei Verkehrsunfällen erzeugen herumfliegende Glassplitter häufig schwere Schnittverletzungen. Auch gibt es psychologische Auffälligkeiten und krankhafte Persönlichkeitsstörungen, bei denen sich Patienten mittels Rasierklingen oder Messern selbst verletzen. Eine Schnittverletzung hinterlässt nach ihrer Abheilung immer eine Narbe. Operationsschnitte gehören zu den medizinisch notwendigen Schnittwunden.

Behandlung und Vorbeugung

Auch die Vorbeugung ist simpel auf einen Punkt zu bringen: Vorsicht beim Umgang mit scharfen Gegenständen! Doch nicht immer können Schnittverletzungen vermieden werden. Zur ersten Hilfe bei einer Schnittwunde gehören Blutstillung, Reinigung und sterile Abdeckung der Wunde. Ist eine Vene oder Arterie verletzt, muss zusätzlich ein Druckverband angelegt werden, um die Blutung effektiv zu stoppen. Verletzte mit stark blutenden Schnittwunden müssen umgehend medizinisch versorgt werden. Tiefe Schnittwunden werden oft genäht oder geklammert. Die Methoden sind inzwischen so sensibel, dass selbst bei einer größeren Schnittwunde nur eine feine, dünne Narbe zurückbleibt. Die größte Gefahr bei einer Schnittverletzung besteht darin, dass sich das verletzte Gewebe entzünden kann. Eine Tetanusimpfung schützt vor dem gefürchteten Wundstarrkrampf.

Alternative Heilmittel
Kochsalzlösung zum Spülen, Pflaster
Arzt/Fachgebiet
Allgemeinmediziner, Notarzt, Chirurg
Auswirkungen
Blutverlust, Schmerzen, Bewegungseinschränkung
Begleiterscheinungen
Entzündung, Wundstarrkrampf, Blutvergiftung
Medikamente
schnelle Wundversorgung, Entzündungshemmer
operative Behandlung
möglich
Symptome
Blutende, offene Wunde mit glatten Wundrändern