Sehnenscheidenentzündung

Eine Sehnenscheidenentzündung ist eine schmerzhafte Entzündung der Sehnenscheiden, welche zum Schutz stark beanspruchter Gelenke über die Sehnen führen und ähnlich wie Schleimbeutel fungieren. Eine Sehnenscheidenentzündung betrifft vorwiegend die filigranen Handgelenke, kann aber theoretisch an jedem Gelenk auftreten, z.B. bei Sportlern am Sprunggelenk.

Sehnenscheidenentzündung = Tendovaginitis

Die Schmerzen bei einer Entzündung der Sehnenscheiden sind stechend, ziehend und beeinträchtigen stark die Funktion des jeweiligen Gelenkes. Der Schmerz tritt oft auch in der Ruhephase auf. Früher war diese Erkrankung ein typisches "Sekretärinnen-Syndrom", weil das Schreiben auf mechanischen Schreibmaschinen einen hohen Kraftaufwand erfordert und eine einseitige Belastung der Finger- und Handgelenke verursacht. Folgende Berufsgruppen sind nach wie vor gefährdet: Schreibkräfte, Musiker, Bäcker, Köche, Informatiker, Masseure, Maler und Lackierer - demnach alle Tätigkeiten, bei denen einseitige, sich oft wiederholende Bewegungen mit den Händen ausgeführt werden. Sehnenscheidenentzündungen der Hand sind inzwischen als Berufskrankheit anerkannt und entsprechend klassifiziert. Unbehandelt kann sich die Entzündung chronisch entwickeln, sich verdicken und verknöchern und zu dauerhaften Beeinträchtigungen bis hin zur Berufsunfähigkeit führen.

Sehnenscheidenentzündung: Ursache

Die bereits benannten Berufsgruppen sind besonders anfällig. Einseitige Belastung der Gelenke und immer wiederkehrende Arbeitsabläufe führen häufig zu einer Entzündung der Sehnenscheiden. Sportler, z.B. Turner, Snowboarder oder Skispringer, können sich eine gleichwertige Entzündung an den Sprunggelenken zuziehen. Neben mechanischen Belastungen können auch Infektionen ursächlich für Sehnenscheidenentzündungen sein. Vor allem nach Verletzungen (meist Stichverletzungen) können Erreger in die Wunde gelangen und eine eitrige Entzündung auslösen. Diese eher seltene Entzündung wird gelegentlich nicht als solche erkannt und falsch behandelt.

Behandlung und Vorbeugung

Bei starken Schmerzen und einer fortgeschrittenen akuten Entzündung müssen Gelenk und Muskel ruhiggestellt werden. Dies geschieht durch einen Stützverband oder eine Schiene, seltener durch einen Gipsverband. Alle Tätigkeiten sind bis zur vollständigen Ausheilung einzustellen, auch wenn nach wenigen Tagen die Schmerzen abklingen. Zusätzlich werden entzündungshemmende Salben einmassiert. Bei einer chronischen Entzündung kommt auch Kortison zum Einsatz, ebenso kann eine operative Spaltung der Sehnenscheide in Betracht gezogen werden. Bei der akuten Form helfen kühlende Kompressen, bei der chronischen Variante hingegen wird Wärme als entlastend empfunden. Als Vorbeugung wird empfohlen, vor der Arbeit die Gelenke durch Lockerungsübungen aufzuwärmen und während der Arbeit Pausen einzulegen.

Alternative Heilmittel
Kälte, Wärme, Physiotherapie
Arzt/Fachgebiet
Allgemeinmediziner, Chirurg
Auswirkungen
Bewegungseinschränkung
Begleiterscheinungen
Verdickung, chronische Entzündung
Medikamente
entzündungshemmende Salben, Cortisol
operative Behandlung
möglich
Symptome
Druckschmerz, Bewegungsschmerz