Unterschenkelgeschwür

Ein Unterschenkelgeschwür wird umgangssprachlich auch als "offenes Bein" bezeichnet und ist ein schlecht heilender Hautdefekt am Unterschenkel, der als Folge von Durchblutungsstörungen, bei Venenerkrankungen und bei Erkrankungen der peripheren Nerven auftritt. Meist sind ältere, bettlägerige Menschen betroffen, jedoch auch starke Raucher sowie übergewichtige und untergewichtige Personen.

Unterschenkelgeschwür = Ulcus cruris

Der Beinulcus ist eine schlecht heilende, offene Fleischwunde, zerstört Gewebe und Sehnen und kann bis auf den Knochen reichen. Das Geschwür beginnt oft mit einem leichten Hautdefekt, Druckschmerzen und Krampfadern. Es wird unterschieden in venöses Unterschenkelgeschwür (Ulcus venosum) und arterielles Unterschenkelgeschwür (Ulcus arteriosum). Bei erstgenannter Erkrankung liegt eine Venenerkrankung mit sichtbaren Krampfadern vor. Die Haut ist warm. Schmerzhafte rote bis bräunliche Hautareale, die an ein Hämatom erinnern sowie Spannungsgefühle und Hautkribbeln kündigen die Geschwürbildung an. Der Hautdefekt manifestiert sich meist im inneren Knöchel- und Wadenbereich, da dort das Muskelgewebe am wenigsten ausgeprägt ist. Das arterielle Unterschenkelgeschwür ist nur wenige Millimeter an der Oberfläche groß, jedoch meist sehr tief. Die Haut fühlt sich kühl an und ist bläulich verfärbt.

Unterschenkelgeschwür: Ursache

Immer ist eine Durchblutungsstörung die Ursache für ein Unterschenkelgeschwür, gefördert durch Bewegungsarmut und starkes Rauchen. Durch die verminderte Schmerzempflindlichkeit bei einer Polyneuropathie (Erkrankung des peripheren Nervensystems) kann ein Beinulcus außerdem zu spät erkannt werden. Bei einem arteriellen Ulcus ist die Haut schlecht oder nicht mehr durchblutet, Auslöser ist meist Arteriosklerose. Bei einem venösen Ulcus sind die Venen erkrankt, was sich durch Krampfadernbildung zeigt. Es kommt zum Blutstau, zum Zerreißen der Venen und zum Absterben einzelner Abschnitte. Bei einer zusätzlichen Venenentzündung kommt hohes Fieber hinzu. Der Geschwürgrund ist Nährboden für die Ansiedlung von Bakterien, die das geschädigte Fleisch, die Muskeln und Sehnen regelrecht "auffressen".

Behandlung und Vorbeugung

Die Heilung eines offenen Beines ist sehr schwierig. Zuerst muss unbedingt die Grunderkrankung behandelt werden. Außerdem wird abgestorbenes Gewebe bei einem offenen Unterschenkelgeschwür chirurgisch entfernt. Nässende, tiefe Wunden werden mehrmals täglich mit desinfizierenden Lösungen gespült, gereinigt, mit antibakteriellen Salben behandelt und steril abgedeckt. Ein trockener (noch nicht offener) Beinulcus wird mit speziellen Eiweiß- und Zinkpasten behandelt und ebenfalls steril verbunden. Auch spezielle Hydrokolloidverbände haben sich bei nassem Beinulcus bewährt. Nach der Heilung wird eventuell eine Hauttransplantation notwendig, um die Wunde zu schließen. Das kommt jedoch auf die Größe des Geschwürs an.

Alternative Heilmittel
Beinwell, Ringelblume, Kräuterpackungen, Schüsslersalze, Propolis
Arzt/Fachgebiet
Allgemeinmediziner, Orthopäde, Dermatologe, Chirurg
Auswirkungen
Krampfadern, Hautdefekte, Gewebezerstörung
Begleiterscheinungen
nässende Entzündungen, Muskelschwund, Knochenschäden
Medikamente
entzündungshemmende Salben, Zink, Hydrokolloid
operative Behandlung
möglich
Symptome
Druckstellen, Kribbeln, Taubheitsgefühl, Druckempfindlichkeit, Hautflecken