Wann werden Bienen aktiv?

01.04.2013 12:34

fruehe-bienenViele Bäume sind unter einer dicken Schneeschicht verborgen, Pollen und Nektar können Honigbienen im Winter ebenfalls nicht sammeln. Was machen die Insekten also jetzt? Winterschlaf, wie Igel, Siebenschläfer und Co? Überraschend: Auch Bienen leiden unter Frost. Ein Blick in den Bienenstock enthüllt eine ausgeklügelte Technik, mit der sich die Tiere warmhalten.

Bienentraube schützt Königin


Honigbienen müssen im Winter ständig in Bewegung bleiben, da sie sonst erfrieren würden. Alle Bienen im Volk müssen jetzt zusammenarbeiten, damit besonders die Königin überlebt.
Mit der sogenannten Wintertraube gelingt das Aneinanderkuscheln. Die äußerste Schicht wird von den Hüllbienen gebildet, diese schlagen kontinuierlich mit den Flügeln, zudem erzeugen sie ein Vibrieren der Muskeln. Da diese Mini-Bewegungen erschöpfend sind, rücken die Tiere von der Außenschicht weiter ins Zentrum. Hier werden sie von ausgeruhten Honigbienen abgelöst. Umso niedriger die Außentemperaturen, desto näher müssen die Tiere zusammenrücken. Durch diese lebende Heizung können im Inneren – hier sitzt die Königin – behagliche Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad erreicht werden, in der äußersten Schicht ist es hingegen nicht ganz so warm, hier herrschen durchschnittlich 6-8 Grad.

Imker müssen Bienenvölker unterstützen


Diese Überlebensstrategie ist für die Insekten äußerst anstrengend, sie haben nur das Futter zur Verfügung, das sie zuvor als Vorrat angelegt haben. In einem Winter benötigt ein Bienenvolk zwischen 15 und 20 Kilogramm Zucker, um zu überleben. Viele Imker unterstützen ihre Bienenproduzenten daher mit zusätzlichen Zuckersirup-Fütterungen. So bleibt das Volk gesund und widerstandsfähig, denn besonders im Winter wird die aus Asien eingewanderte Varroamilbe zum Problem für Honigbienen. Doch auch die Bienentraube und das Zufüttern des Imkers sind keine Garanten für das Überleben. Ist der Winter besonders hart oder lang, findet der natürliche Prozess der Drohnenschlacht statt, in der schwächere Tiere aussortiert werden.

In der Endphase des Winters leben außerdem keine männlichen Tiere mehr im Bienenstock, Königin und Arbeiterinnen teilen das Futter unter sich auf. Während am Anfang des Winters noch durchschnittlich 30.000 Bienen im Volk lebten, sind es zu Beginn des Frühlings nur noch ein Drittel.

Ein weiterer Risikofaktor für die Honigbienen ist der Reinigungsflug, bei dem die Insekten Kot ablassen – auf diese Weise bleibt der Bienenstock sauber – ist es draußen hingegen zu kalt, erfrieren die Tiere.

Die Bienensaison beginnt


Abhängig von den Außentemperaturen beginnt die aktive Bienenzeit im Zeitraum Februar bis April. Herrschen draußen Temperatuten von zehn Grad und mehr, in diesem Jahr wohl etwas später, beginnen die Honigbienen mit kurzen Flügen. Jetzt muss das ganze Volk erneut zusammenarbeiten, um den Bienenstock mit neuen Bienen zu bevölkern.

Wenn der Frühling Einzug hält, wird auch die Bienenkönigin wieder aktiv. Sie produziert Eier, die nach der Befruchtung in einzelne Zellen abgelegt werden. Da die Eier wie kleine Stifte aussehen, nennen Imker diesen Prozess auch Bestiften. Während dieser Periode ist die Königin auf energiereiche Nahrung angewiesen, die von den Arbeiterinnen herangeschafft werden muss.

Da Mitte bis Ende Februar noch nicht so viele Pflanzen leckeren Nektar anbieten können, sind Honigbienen in dieser Zeit auf Frühblüher wie Wildkräuter, Krokusse und Weidenkätzchen angewiesen. Ohne das Eiweiß aus den Blütenpollen kann die neue Brut nicht versorgt werden, zudem müssen die neu schlüpfenden Larven mit Futtersaft aufgepäppelt werden.

Bis zum Mai findet im Bienenvolk ein langsamer Generationenwechsel statt, die älteren Winterbienen werden von Jungbienen ersetzt. Jetzt läuft auch die Honigproduktion langsam wieder an.


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