Windeldermatitis

Als Windeldermatitis wird ein Hautausschlag bzw. eine Hautentzündung im Bereich des Hinterteils und der äußeren Geschlechtsorgane bezeichnet, der nahezu exakt den Bereich betrifft, der von einer Windel bedeckt wird. Allgemein nennt man diesen Hautreizung einen wunden Po. Normalerweise wird ein wunder Po im Zusammenhang mit Baby- und Kleinkinderhygiene genannt, die Entzündung kann jedoch alle Personen betreffen, die auf Windeln angewiesen sind.

Windeldermatitis = Windelausschlag

Windeldermatitis gilt als Zivilisationskrankheit und als so genannter "kleiner Wolf". Nahezu jeder Säugling hat mindestens einmal an einem Ausschlag im Windelbereich gelitten. Entgegen der allgemeinen Meinung und aufgrund der spezifischen Zusammensetzung des Stuhls sind gestillte Babys nur geringfügig weniger anfällig gegen diese Hautreizung als Flaschenkinder. Die Haut am Po und im Genitalbereich ist empfindlich und entzündet sich schnell. Erste Anzeichen sind eine gerötete, leicht geschwollene Haut. Durch die aufgeweichte Epidermis oder in kleinen Hautrissen können sich Keime ansiedeln. Wird die Haut im Windelbereich von Pilzen befallen, spricht man von Windelsoor. Nicht nur Kinder können an dieser Hautentzündung erkranken. Erwachsene, behinderte und ältere Menschen, die keine ausreichende Kontrolle über ihre Körperfunktionen mehr besitzen und Windeln tragen müssen, sind ebenfalls gefährdet.

Windeldermatitis: Ursache

Das meist feuchte und warme Mikroklima, das innerhalb einer modernen Windel herrscht, begünstigt die Entstehung von Entzündungen durch Bakterien oder Pilze. Vor allem wenn über einen längeren Zeitraum, Urin und weicher Stuhl die Haut berühren, bewirken die natürlichen Zersetzungsprodukte und freigesetzter Harnstoff automatisch eine Hautreizung. Der natürliche Säureschutzmantel der Haut wird geschädigt und Keime dringen in die Haut ein. Wasserundurchlässige Windelhosen sind weitere Ursachen. Säuglinge im Alter von sieben bis zwölf Monaten sind am häufigsten betroffen, da in diesem Alter die Menge der Ausscheidungen und gleichzeitig die Bewegung der Kinder zunimmt. Auch mangelnde Hygiene ist ausschlaggebend für die Entstehung einer Windeldermatitis. Veranlagung oder Krankheiten können eine Entzündung begünstigen. Bei einem allgemein schlechten Gesundheitszustand sind zudem die natürlichen Abwehrkräfte geschwächt.

Behandlung und Vorbeugung

Häufiges, kontinuierliches Windelwechseln ist die beste Vorbeugung. Bei jedem Wechsel ist die Haut zu reinigen, zu trocknen und mit geeigneten Pflegeprodukten ohne Duft- und Konservierungsstoffe zu behandeln. Manchmal hilft der Wechsel auf eine andere Windelmarke oder die Verwendung von Stoffwindeln. Besteht bereits eine Hautreizung oder hat sich die Windeldermatitis großflächig ausgebreitet, helfen (neben entzündungshemmenden Salben) viel frische Luft und das Strampeln ohne Windeln. Bilden sich Bläschen oder Schorf, muss der Arzt weitere mögliche Ursachen abklären. Möglicherweise liegt eine andere Hauterkrankung vor. Bei Pilz- oder Bakterienbefall müssen alle mit der Haut in Berührung kommenden Kleidungstücke gründlich (möglichst per Kochwäsche) gereinigt werden.

Alternative Heilmittel
viel frische Luft, Propolis
Arzt/Fachgebiet
Kinderarzt, Allgemeinmediziner, Dermatologe
Auswirkungen
Bläschen, Juckreiz, Schmerzen
Begleiterscheinungen
Pilzerkrankung, Superinfektion
Medikamente
Salben, Antimyotika, Antibiotika
operative Behandlung
nicht vorgesehen
Symptome
Rötungen, Entzündungen der Haut