Wolf (Intertrigo)

"Hab mir einen Wolf gelaufen" sagen Männer oft lapidar, wenn sie sich wunde Stellen im inneren Oberschenkelbereich zugezogen haben. Tatsächlich ist der Wolf eine ernstzunehmende Hautentzündung, die durch Reibung oder Wundliegen entsteht und Frauen wie Männer gleichermaßen betreffen kann. Besonders gefährdet sind übergewichtige Menschen, aber auch alle anderen Personengruppen (z.B. Radfahrer) können an dieser Erkrankung leiden. Bei Babys nennt man diese Hautfaltenentzündung Windeldermatitis.

Wolf = Intertrigo

Beim sogenannten Wolf entsteht eine schmerzende Entzündung der Epidermis, welche durch andauernde Bewegung und Reibung noch verstärkt wird. Erste Symptome sind weißliche, juckende Ekzeme an prägnanten Körperstellen. Am bekanntesten ist der Wolf im Intimbereich bei Männern im Bereich von Leiste und Hodensack. Hier entsteht der Intertrigo hauptsächlich durch Reibung, überspringt die "weiße Phase" und erscheint sofort rot und entzündet. Aber auch kräftig gebaute Frauen klagen über aufgeriebene, entzündete Stellen an den inneren Oberschenkeln und den unteren Brustfalten, hauptsächlich bei sehr großer Oberweite. Adipöse Menschen können diese Hauterkrankung zudem in den Bauchfalten überhängender Bäuche und im Achselbereich erlangen. Im Altenpflegebereich ist Intertrigo ein ernstes Problem bei bettlägerigen Patienten, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Auch Finger- oder Zehenzwischenräume können betroffen sein.

Wolf: Ursache

Zuviel oder zu wenig Bewegung kann die Ursache für Intertrigo sein. Radfahrer kennen das Problem aufgescheuerter Oberschenkel im Leistenbereich, und zwar genau dort, wo der Sattel reibt. Starkes Übergewicht bei gleichzeitiger Bewegungsarmut ist eine weitere Ursache. Wundgelegene oder wundgescheuerte Stellen entstehen vor allem dort, wo Haut auf Haut liegt, reibt oder wo sich schwer zugängliche Hautfalten bilden, in denen sich ein feuchtwarmes Klima entwickeln kann. Dadurch wird der natürliche Säureschutzmantel der Haut geschädigt. Die Hautoberfläche weicht auf und wird empfindlich gegen Bakterien und Pilze. Häufigster Pilzerreger ist Candida albicans. Ohne Behandlung wehrt sich die Haut meist vergeblich gegen die Erreger und es entstehen großflächige, nässende Entzündungen. Diabetikerpatienten und Personen mit extremer Schweißbildung haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, an einem Wolf zu erkranken.

Behandlung und Vorbeugung

Die betroffenen Hautpartien müssen sorgfältig gereinigt und "trockengelegt" werden. Bei bakteriellen Entzündungen kommen Antibiotika zum Einsatz, bei Pilzbefall helfen Antimyotika. Übergewichtigen Patienten wird jeder Arzt dringend empfehlen, abzunehmen, weil sich sonst die Entzündung immer wieder bildet. Wichtig sind die Schmerzlinderung und die Wiederherstellung des natürlichen Säureschutzmantels der Haut. Dies geschieht durch sorgfältige Hygiene, sterile Abdeckung der betroffenen Hautstellen und spezielle feuchtigkeitsreduzierende, antibakterielle Salben. Puder ist wegen seiner Klümpchenbildung nicht geeignet. Bei durch Bewegung oder Sport verursachtem Wolf ist die Bewegung vorübergehend einzuschränken. Als Vorbeugung helfen bei stark schwitzenden Menschen saugfähige Kompressen. Gereizte, empfindliche Haut soll nur abgetupft, jedoch nicht abgerieben werden.

Alternative Heilmittel
Propolis, Kamille, Kompressen
Arzt/Fachgebiet
Allgemeinmediziner, Dermatologe
Auswirkungen
weißliches Ekzem, Juckreiz, Bewegungsschmerzen
Begleiterscheinungen
Pilzbefall, Superinfektion
Medikamente
Antihistaminika, Antimyotika, Antibiotika, Zinksalben
operative Behandlung
nicht vorgesehen
Symptome
Rötungen, nässende Entzündungen