Zahnschmerzen

Als Zahnschmerzen werden kontinuierliche, meist sehr starke, pochende Schmerzempfindungen bezeichnet, die direkt von den Zähnen, vom Zahnfleisch oder auch von den Kieferknochen (Zahnhalteapparat) ausgehen. Zahnschmerzen können sehr intensiv und quälend sein. Sie animieren selbst Menschen, die Angst vorm Zahnarzt haben, mit ihren Beschwerden zu einem Arzt zu gehen.

Zahnschmerzen = Karies & Co.

Zwar gehören die Zähne zu den härtesten Komponenten des Körpers, können aber mit die stärksten Schmerzen verursachen, wenn sie beschädigt sind. Dabei schmerzt nicht der Zahn selbst, sondern die empfindlichen Nerven, die im Kieferknochen verankert sind und eine direkte Verbindung zu den Schmerzrezeptoren im Hirn zu haben scheinen. Jeder Zahn besitzt sein eigenes Nervengeflecht. Zahnschmerzen aufgrund von vereiterten Abszessen im Wurzelbereich können jedoch auf den gesamten Kieferbereich ausstrahlen, so dass der Eindruck entsteht, dass alle Zähne schmerzen. Die Diagnose, welcher Zahn die Schmerzen verursacht, stellt der Zahnarzt mittels Inaugenscheinnahme, Testen der Vitalfunktionen oder per Röntgenbild. Zahnschmerzen führen schnell zu Schwellungen und der bekannten "dicken Backe". Gefürchtet sind Phantomschmerzen (Buddenbrook-Syndrom) der linken unteren Kieferseite, die nicht auf einen Zahndefekt, aber auf eine akute Herzerkrankung hinweisen und schwer zuzuordnen sind.

Zahnschmerzen: Ursache

Wird der Zahnschmelz durch schlechte Reinigung, Zahnbelag oder Krankheiten angegriffen, siedeln sich Bakterien an, die Karies verursachen. Dadurch wird erst der Zahnschmelz "aufgeweicht" und dann das Zahnbein angegriffen. Ein kleines Loch im Zahn verursacht noch keine oder nur geringe Schmerzen. Erst, wenn die Nervenenden des Zahnes freiliegen, kann es zu plötzlichen heftigen Schmerzen kommen, die auch im Ruhezustand anhalten. Dann hat sich jedoch bereits eine Pulpitits gebildet. Werden Zahnschmerzen ignoriert und mittels Schmerzmittel unterdrückt, kann sich die Pulpitis bis in den Wurzelbereich fortsetzen und dort zu einer äußerst schmerzhaften Wurzelentzündung (Apikale Ostitis) führen. Ein einmal angegriffener, beschädigter Zahn heilt nicht. Er muss von einem Zahnarzt medizinisch versorgt werden. Auch freiliegende Zahnhälse, wie sie Parodontitis entstehen, führen zu erhöhter Schmerzempfindlichkeit, weil im Bereich der Zahnhälse der schützende Zahnschmelz fehlt. Zahnfehlstellungen können Zahnschmerzen begünstigen - durch eine Entzündung sich bildender Zahnfleischtaschen.

Behandlung und Vorbeugung

Manche Menschen sind anfälliger gegen Karies als andere. Schlechte Zähne können auch genetisch bedingt sein. Trotzdem hilft nur eine sorgfältige Mund- und Zahnhygiene, den typischen Erkrankungen und somit den quälenden Zahnschmerzen vorzubeugen. Fluoridhaltige Lebensmittel und eine Versiegelung der Zähne im Kindesalter helfen, die Zähne länger gesund zu erhalten. Bei den ersten Anzeichen von Karies sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden, der den Defekt ausbohrt und mit geeigneten Füllungen (Plomben, Inlays etc.) versiegelt. Starke Zahnschmerzen weisen auf einen größeren Defekt hin. Je langer mit dem Zahnarztbesuch gewartet wird, um so schmerzhafter und langwieriger wird die Behandlung. Oft hilft es dann nur noch, den betroffenen Zahn zu ziehen.

Alternative Heilmittel
sorgfältige Zahnhygiene, Propolis, Kamillenspülung, Gewürznelken
Arzt/Fachgebiet
Zahnarzt, Kieferchirurg, Kieferorthopäde
Auswirkungen
Schädigung der Zahnsubstanz, Zahnverlust
Begleiterscheinungen
Pulpitis, Wurzelentzündung
Medikamente
verschiedene
operative Behandlung
ja (Wurzelbehandlung, Kieferbehandlung, Zahn ziehen)
Symptome
kontinuierlicher Klopf- oder Pochschmerz im Kieferbereich