Zwölffingerdarmgeschwür

Ein Zwölffingerdarmgeschwür ist, wie der Name bereits sagt, ein oft gutartiges Geschwür im Zwölffingerdarm, das ganz unterschiedliche Beschwerden verursachen kann. Manchmal bleibt ein Zwölffingerdarmgeschwür beschwerdefrei und unbemerkt. Ein solches Geschwür, das die Darmwand schädigt, tritt meist im Alter von 25 bis 45 Jahren auf und bis zu fünfmal häufiger als ein Magengeschwür. Die Erkrankung betrifft doppelt so viele Männer wie Frauen sowie Personen mit der Blutgruppe 0.

Zwölffingerdarmgeschwür = Ulcus duodeni

Der Zwölffingerdarm ist ein etwa zwölf Finger breiter Abschnitt am Ende des Magens (daher der Name), in der Nähe von Galleneingang, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Der Zwölffingerdarm gehört zum Verdauungsapparat und ist teilweise mit der Bauchwand verwachsen. Weshalb die oben genannten Personengruppen häufiger an einem Zwölffingerdarmgeschwür erkranken als andere, ist nicht hinlänglich erforscht und wird als gegeben hingenommen, weil die oft gutartigen Geschwüre problemlos abheilen und selten Folgeschäden hinterlassen. Bevorzugt wird der Bereich direkt hinter dem Magenausgang befallen. Die Geschwüre schädigen, ähnlich wie beim Magengeschwür, die Schleimhaut, darunter liegende Muskelschichten und hinterlassen kreisrunde, scharf abgegrenzte Gewebedefekte an der Darmwand. Ein Zwölffingerdarmgeschwür verursacht allgemeines Unwohlsein, Druckschmerzen, Völlegefühl und leichte bis mittlere Schmerzen bei Nüchternheit, also nach erfolgter Verdauung.

Zwölffingerdarmgeschwür: Ursache

Neben dem bekannten Erreger Helicobacter pylori liegt oft zusätzlich ein Missverhältnis zwischen schützender Schleimbildung und schädigender Magensäure zugrunde. Die Schleimschicht im Zwölffingerdarm ist weniger ausgeprägt als im Magen, weshalb es in diesem Bereich häufiger zu einer Geschwürbildung kommt. Eine chronische Magen-Darm-Grippe, verschiedene Medikamente (vor allem Aspirin und Rheumamedikamente), ein zu niedriger ph-Wert und Durchblutungsstörungen der Darmwand sind weitere Ursachen für Zwölffingerdarmgeschwüre. Auch psychosomatische Aspekte (nervöser Magen) können die Bildung eines Zwölffingerdarmgeschwürs begünstigen. Allgemein abträglich ist ein ungesunder Lebenswandel mit zu fetthaltigen Nahrungsmitteln sowie Alkohol und Rauchen.

Behandlung und Vorbeugung

Ein gesunder, stressfreier Lebenswandel ist die beste Vorbeugung. Wird als Ursache eine Helicobacter-pylori-Infektion festgestellt, dann kommen Antibiotika erfolgreich zum Einsatz. Die Diagnose nimmt der Arzt anhand der vorliegenden Symptomatik vor. Manchmal wird eine Magen- oder Darmspiegelung notwendig, um andere Erkrankungen auszuschließen. Oral eingenommene entzündungshemmende Gele reduzieren zusätzlich die Bildung von Magensäure und beruhigen die entzündete Darmwand. Auslösende Medikamente sollen vermieden werden. Ein Diätplan sowie der strikte Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind einzuhalten. In 90 Prozent der Fälle von akuten Zwölffingerdarmgeschwüren tritt eine Besserung innerhalb einer Woche ein. Gefürchtet ist allerdings der (relativ seltene) Durchbruch eines unbehandelten Zwölffingerdarmgeschwürs, der vornehmlich starke Trinker betrifft und zum Tod durch inneres Verbluten führen kann (gastrointestinale Blutung).

Alternative Heilmittel
Kamille, Kräuter, Propolis, Diät, gesunder Lebenswandel
Arzt/Fachgebiet
Allgemeinmediziner, Gastroenterologe
Auswirkungen
Erbrechen, Gewichtsverlust
Begleiterscheinungen
chronische Helicobacter-Infektion, gastrointestinale Blutung
Medikamente
Antibiotika, Säurehemmer
operative Behandlung
möglich
Symptome
allgemeines Unwohlsein, Völlegefühl, Druckschmerz im Oberbauch